Nachlese: Brachen, Kleingärten & Co. - Die erste Tagung des BIOZENTRA

Die Tagungsgäste im großen Hörsaal des Campus Pillnitz (im Vordergrund Rektorin Katrin Salchert, dahinter die Beigeordnete Bürgermeisterin Eva Jähnigen), © Thomas Quanter

Wie können wir die Biodiversität in Städten wie Dresden fördern und schützen? Die sogenannte „Urbane grüne Infrastruktur" wie z.B. Parks, Kleingartenanlagen, Stadtbäume oder Brachen ist essenziell für die biologische Vielfalt in Städten. Diese gelten als „Hotspots" der biologischen Vielfalt und haben das Potenzial, einen wertvollen Beitrag zur Verlangsamung des weltweiten Artensterbens zu leisten. Die Landeshauptstadt Dresden hat eine Strategie veröffentlicht, wie sie die Biodiversität schützen und fördern möchte. Nun gilt es, die umfangreiche „Grüne Infrastruktur" der Stadt so zu entwickeln, dass die gesteckten Ziele erreicht werden können.

Am 23.06.23 fand die Tagung „Brachen, Kleingärten, Parks & Co.“ des Transferzentrums für Biodiversität Sachsen (BIOZENTRA) am Campus Pillnitz der HTWD statt. Insgesamt 40 Behördenvertreter:innen, Wissenschaftler:innen, Vereinsmitglieder und Studenten kamen Pillnitz zusammen, um sich über aktuelle Vorhaben, Forschungsergebnisse und die Biodiversitätsstrategie der Landeshauptstadt Dresden zu informieren, sich zu vernetzen und auszutauschen.

 

Zum Auftakt unserer Tagung wurden die Tagungsteilnehmer durch die Beigeordnete Bürgermeisterin Frau Eva Jähnigen für Umwelt, Klima, Recht und Ordnung der Stadt Dresden sowie durch die Rektorin der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTWD) Frau Prof. Dr. Katrin Salchert begrüßt. Beide Rednerinnen betonten dabei die gesellschaftliche Bedeutung des Themas und gegen den Verlust biologischer Vielfalt durch die Ergreifung von geeigneten Maßnahmen vorzugehen. Anschließend stellte Janette Meinck vom Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden die Dresdner Strategie für biologische Vielfalt vor.

Stadtbrachen haben bei vielen einen schlechten Ruf als „vermüllte" oder „noch nicht bebaute" Flächen in der Stadt. Ihre Bedeutung als Hotspots der städtischen Biodiversität, auf denen auch viele gefährdete Arten vorkommen, wird häufig verkannt. In seinem Vortrag ging Prof. Dr. Arne Cierjacks (Leiter des Biozentra) die Bedeutung der Städtischen Brachen für den Schutz der städtischen Biodiversität in Dresden ein. Dabei stellte er auch Ergebnisse und Planungen studentischer Arbeiten vor, die im Rahmen der Lehre in den Bachelor- und Masterstudiengängen „Umweltmonitoring" und „Landschaftsentwicklung" entstanden sind. Als große, offene Frage stellte Prof. Cierjacks heraus, wie man städtische Brachen geeignet schützen kann.

Stadtbäume sind nicht nur aus ästhetischen Gründen wichtig für die Stadt. Sie spenden Schatten, reinigen die Luft, reduzieren Lärm und sie haben eine viel größere Bedeutung für die Insektenfauna, als wir bisher angenommen haben. Darauf deuten neue Untersuchungen von Herrn Dr. Matthias Nuß von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und seinem Team hin. In seinem Vortrag „Raum und Zeit für Insekten" stellte er u. a. die vorläufigen Ergebnisse seines Forschungsprojektes zu diesem interessanten Thema vor.

 

Zuletzt stellte Frau Dr. Juliane Mathey vom Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) einen Leitfaden vor, anhand dessen sich Städte und Kommunen orientieren können, eine eigene Biodiversitätsstrategie zu entwickeln. Zudem stellte sie anhand von Beispiel-Kommunen Unterschiede in der Herangehensweise an die Thematik heraus. Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmer lange Zeit, sich neben dem Mittagessen auszutauschen, zu vernetzen und sich über Kooperationsmöglichkeiten zu besprechen. Für die Veranstaltung gab es viel positives Feedback seitens der Teilnehmer, damit war auch das Biozentra ein voller Erfolg!

veröffentlicht am 09.06.2023, von Nico Beier

Ort

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden - Campus Pillnitz Dresden
Pillnitzer Platz 1
01326 Dresden

Veröffentlichungsdatum

09.06.2023

Kontakt

Prof. Dr. Arne Cierjacks

Teilprojektleiter

Tel.: +49 351 462 3640

Nico Beier, M. Sc.

Projektmitarbeiter
Ansprechpartner für Anfragen

Tel.: +49 351 462 3948

Schlagwörter

Tagung, Vernetzen, Vortrag

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