BIOZENTRA bei der UNCCD COP17 in Ulaanbaatar: Rekultivierung braucht Artenvielfalt
Vom 17. – 28. August fand die COP 17 der UNCCD statt. Prof. Arne Cierjacks vom BIOZENTRA war Teil der Delegation der UNU Resource Nexus auf der Vertragsstaatenkonferenz in Ulaanbaatar, Mongolei.
Wenn sich fruchtbares Land in eine Wüste verwandelt.
Desertifikation ist ein globales Problem. Vielerorts schreitet die Wüstenbildung voran, weil intensive landwirtschaftliche Nutzung die Böden erodieren lässt und der Klimawandel Dürren immer häufiger macht. Für den Anbau von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind diese Gebiete verloren. Weltweit verlieren wir pro Sekunde etwa vier Fußballfelder an fruchtbaren Böden. Bis zu 40 % der Landflächen unseres Planeten und etwa 3,2 Milliarden Menschen sind bereits von Wüstenbildung betroffen. Und auch Europa ist mittlerweile betroffen: 13 EU-Mitgliedsstaaten darunter z. B. Spanien und Griechenland melden zunehmende Wüstenbildung.
Die COP 17 der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung
Um die globale „Verwüstung“ aufzuhalten, haben insgesamt 197 Staaten die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) unterzeichnet. Vom 17.–28. August 2026 fand in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar die 17. Vertragsstaatenkonferenz zum UNCCD statt, auf der die Weltgemeinschaft Möglichkeiten diskutierte, um den Prozess der Landdegradierung umzukehren. Als Ergebnis der Konferenz kündigten die Delegationen der 197 Unterzeichnerstaaten des Übereinkommens konkrete Lösungen zur Begrünung und Wiederherstellung von Landflächen an, die mit einem 1,3-Milliarden-Paket für 23 Projekte auf 5 Kontinenten finanziert werden sollen.
Die Bedeutung von Biodiversität für die erfolgreiche Wiederherstellung von Landschaften nach dem Bergbau
Die UNU Resource Nexus organisierte in Zusammenarbeit mit dem BIOZENTRA der HTWD, der TU Bergbauakademie Freiberg (TUBAF) und weiteren internationalen Experten einen Workshop zur Wiederherstellung von Landschaften nach dem Bergbau für Delegierte der Tagung. Prof. Arne Cierjacks präsentierte hierfür neue Ergebnisse zu den Leistungen der pflanzlichen Biodiversität in ingenieurbiologischen Verfahren für den Erosionsschutz, die Boden- und Wassersanierung sowie die Kontrolle von invasiven Arten aus aktuellen Forschungsprojekten. Außerdem gaben die Experten Empfehlungen zur frühzeitigen und proaktiven Integration von Wiederherstellungsmaßnahmen im Bergbau.
Im Anschluss an die Tagung besuchte die Delegation mit Kollegen der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Ressourcen und Technologie (GMIT) zwei Bergbauunternehmen in der Wüste Gobi und diskutierte mit Mitarbeitenden, Studierenden und Wissenschaftlern Renaturierungsansätze für Abraumhalden und degradierte Flächen.
„Mit der Teilnahme an der Konferenz und den Gesprächen mit Praktikern und internationalen Wissenschaftlern möchten wir modernes Biodiversitätswissen für die Praxis verfügbar machen“, so Prof. Cierjacks vom BIOZENTRA, „Biodiversität ist dabei nicht nur ‚nice to have‘, sondern erhöht nachweislich die Resilienz und Wirksamkeit von ingenieurbiologischen Lösungen“.
Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit. Ein Praxisworkshop sowie gemeinsame Abschlussarbeiten mit der Partnerhochschule in der Mongolei sind in der Vorbereitung.
veröffentlicht am 28.09.2026, von Nico Beier