Impact Stories: Zweiter HSZG-Kommunikationsworkshop mit Stefan Ganß

Prof. Sophia Keil und Stefan Ganz beim Aschlussworkshop Impact Stories an der HSZG

Beim Workshop „Wissenschaft kommunizieren – verständlich, authentisch, wirksam“ im Herbst 2025 im CELSIUZ Decision Theatre in Zittau mit TV- und Medienroutinier Stefan Ganß lernten die damaligen Teilnehmenden, ihre Forschung verständlich und mediengerecht zu vermitteln. Mitte März 2026 fand an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) im oben genannten CELSIUZ ein Anschlussworkshop statt. Thema diesmal: „Impact Stories – Leuchtturmprojekte der HSZG sichtbar machen“.

Die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) hat starke, innovative Leuchtturmprojekte. Ziel des Workshops ist es, ausgewählte Projekte so aufzubereiten, dass sie für relevante Zielgruppen verständlich, anschlussfähig und erzählbar werden – und dies ohne Fachjargon, ohne sogenanntes „Förderantragsdeutsch“ und ohne die wissenschaftliche Seriosität zu verlieren“, heißt es in dem Handout zur Vorstellung des Workshops. Am Ende des Workshops soll für jedes Projekt, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorstellen, ein Werkzeugkasten aus Zielgruppenlogik, Kernbotschaften und Hooks und Pitches stehen, so die Kernaufgabe des Workshops.

Storytelling als Methode für erfolgreiche Wissenschaftskommunikation

„Seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen am Lagerfeuer Geschichten“, teilt Workshop-Leiter Stefan Ganß (TV-Reporter und Radiomoderator) den Teilnehmenden des Workshops mit. „Diese uralte Kulturtechnik können Sie heute strategisch nutzen. Ich zeige Ihnen, wie Sie mit der Kunst des Storytellings, der Hooks und Pitches, Forschung gut nach außen präsentieren.“

„Nur wer begeistert, kann auch überzeugen“, so Stefan Ganß. Und nur wer eine gute Story für sein Forschungsprojekt hat, kann auch Außenstehende für seine Forschung neugierig machen und dafür begeistern, heißt es oft. „Erzählen Sie eine Geschichte, die begeistert“, so Stefan Ganß.

Storytelling ist per definitionem die Kunst, Werte und Botschaften durch das Erzählen von Geschichten zu vermitteln, um Emotionen zu wecken und eine Verbindung zum Publikum herzustellen. Im Marketing und in der Wissenschaftskommunikation erfreut sich Storytelling in den letzten Jahren mehr und mehr an Popularität – um komplexe Inhalte dialoggerecht, authentisch und wirksam aufzubereiten und zu vermitteln.

Auch mittels einer sog. „Hookline“: Eine Hookline (kurz: Hook) ist eine prägnante, eingängige Melodie oder Textzeile in einem Musikstück, die einen hohen Wiedererkennungswert hat und im Gedächtnis bleibt, z. B. das Gitarrenriff von Keith Richards bei dem „Rolling Stones“-Song „Gimme Shelter“ (1969), das Piano-(Synthesizer)-Riff bei „Small Town Boy“ (1984) der britischen Synthie-Pop-Band „Bronski Beat“, das Pianoriff gecovert 2023 von der deutschen Popsängerin „Leony“ in „Holding On“.

Personas und Pitches, Hookline und Impact

Zusätzlich zu guten Hooklines für die Wissenschaft(-skommunikation) lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 8-stündigen Workshops „Impact Stories“ Mitte März auch etwas über sog. „Personas“ oder die Methode, einen sog. „Pitch“ zu setzen. Ein Pitch ist eine kurze, prägnante Präsentation, um eine Geschäftsidee, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen oder Investoren zu gewinnen. Für die Forschung gilt dabei für einen „Pitch“: Wie beschreibe ich mein Forschungsprojekt verständlich, öffentlichkeitswirksam und für außenstehende Personen detailliert, präzise und passgenau – ohne in fachspezifische Spezifika und oftmals unverständliche Fachsprache zu verfallen?! Und sog. „Personas“? Das bedeutet: Wer ist unser Publikum? Und was soll bei den Zielgruppen ankommen? Und wie generiere ich für meine Forschung einen sog. „Impact“ (neudeutsch) und schaffe Einfluss, Wirksamkeit und Bedeutung?

Dipl.-Ing. Anett Kupka, Projektmanagerin an der HSZG im ZIRKON (Zittauer Institut für Verfahrensentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Oberflächentechnik, Naturstoffforschung), sagt: „Im Workshop habe ich ein paar wichtige Kommunikationsregeln aufgefrischt und neue Kommunikations-´Werkzeuge´ kennengelernt. Was sind die Kernbotschaften? Wer ist die Zielgruppe? Wie gestalte ich den Einstieg in den Artikel oder Vortrag? Die Anfangssätze entscheiden, ob man weiterliest und zuhört. Hier die passenden Worte zu suchen oder im Team darum zu ringen, ist eine lohnende Zeitinvestition.“ Kupka zieht folgendes Fazit: „Der Workshop fand in einer sehr kollegialen Atmosphäre mit viel Herzblut, Fachkompetenz und Interdisziplinarität statt. Für mich war beeindruckend, wie sich innerhalb weniger Stunden mit Hilfe des Werkzeugkastens unser Text für die Projektvorstellung verändert hat.“

Dr. Thomas Fester, Leiter des DLR_School_Lab der Hochschule Zittau/Görlitz, berichtet: „Mir hat die kurze, klare Struktur für die Ausarbeitung eines medienwirksamen Beitrags (einer Impact Story) sehr gefallen. Mir war der Ansatz Storytelling schon vorher bekannt, aber dass man ihn so stringent umsetzen kann und dass man ihn als wesentlichen, zentralen Ansatz für seine Outreach-Aktivitäten nutzen kann und soll, war mir nicht so gezielt bewusst. Wenn man Menschen für die eigenen Aktivitäten interessieren will, muss man kurze, gut strukturierte Geschichten erzählen. Diese Geschichten brauchen einen Aufhänger, eine Challenge und eine Lösung.

Unmittelbare Umsetzung des Gelernten

Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war zu Anfang des Workshops, ihr jeweiliges Forschungsgebiet oder Forschungsprojekt kurz vorzustellen. Die Aufgabe wurde zu Ende des Workshops wiederholt – dann mit der Umsetzung des Erlernten und Gelernten. Fiel bei einer Projektbeschreibung zu Anfang das Wort „synergistisch“, war dieses bei der Endpräsentation schon wieder verschwunden. Und aus dem sehr komplexen Forschungsgegenstand war ein gut vermitteltes Narrativ geworden. Oder auch eine gute Story mit einem guten Hook oder einem erfolgreichen Pitch.

Und für wen die Worte wie Hook, Pitch, Story, Teaser oder Impact zu viele Anglizismen sind: „Benutze gewöhnliche Worte, um Ungewöhnliches zu sagen“, so der Philosoph Arthur Schopenhauer. Das gilt auch für erfolgreiche Wissenschaftskommunikation.

Fotos: Lucas Wenzel

veröffentlicht am 14.04.2026, von Frank Leberecht

Ort

Hochschule Zittau/Görlitz
Theodor-Körner-Allee 16
02763 Zittau/Görlitz

Veröffentlichungsdatum

14.04.2026

Kontakt

Ein Portraitfoto von Lucas Wenzel

Lucas Wenzel, M.Sc.

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Tel.: +49 3583 612 4796

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