Vom Meeting-Raum zur Podcast-Station: Innova.GEIST bringt Lausitzer Innovationen auf Sendung

Mehrere Personen stehen vor einer großen Leinwand, auf Bildschirmen steht "Podcaststation"

Wie gelingt der unmittelbare Transfer von Forschungsergebnissen in die regionale Praxis? Im Rahmen des Projekts Innova.GEIST hat die Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) einen kreativen Weg beschritten: Der Interaction Room im CELSIUZ wurde anlässlich eines Stakeholder-Meetings des Start-ups AQVA Synergy temporär zur Podcast-Station umgestaltet. Das Team des CELSIUZ setzte dies mithilfe einer Dolmetscheranlage um. So konnten regionale Akteure direkt vor Ort in Audioform an den Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben, die im Forschungsprojekt entstanden sind. Der Podcast entstand in Zusammenarbeit mit Jan Schilling vom Akustikwerk Dessau.

Sozial trifft technisch: Neues Innovationsverständnis für die Lausitz

Das Projekt Innova.GEIST widmet sich einem hochaktuellen Thema: Wie können soziale und technologische Innovationen im Lausitzer Strukturwandel enger zusammen gedacht und gestaltet werden? Bisher stehen bei geförderten Strukturwandelprojekten vor allem wirtschaftliche und technologiebasierte Entwicklungen im Fokus. Die Potenziale sozialer Innovationen – wie neue soziale Praktiken oder gemeinschaftlich organisierte Lösungen – werden hingegen kaum adressiert. Dabei sind gerade diese Ansätze entscheidend, um Nachhaltigkeit umfassend und als gesellschaftlichen Auftrag zu verankern.

Podcasts als Transferformat

Im Rahmen von Innova.GEIST wurde ein mehrteiliger Podcast produziert, der Forschungsergebnisse und Stimmen aus der Praxis und der Region zusammenführt. Durch die Umnutzung des Interaction Rooms in eine Pre-Launch-Podcast-Station wurde ein innovatives Transferformat erprobt, das niedrigschwellig und inklusiv den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fördert. Gerade mit Blick auf die Diversifizierung der Kommunikationswege in transdisziplinären Projekten wird so ein Beitrag zu Partizipation und Teilhabe wissenschaftlicher Erkenntnisse im Strukturwandel geleistet.

Forschungsbasierte Lösungswege für einen nachhaltigen Strukturwandel

Das Projekt untersuchte, wie soziale Innovationen als gleichwertiger Bestandteil von Regionalentwicklung etabliert werden können. Soziale Innovationen – verstanden als neue soziale Praxis – stellen gesellschaftliche Bedürfnisse und Herausforderungen in den Vordergrund, die durch technische Lösungen alleine nicht ausreichend adressiert werden. Beispiele wie Mitfahrerbanken oder genossenschaftlich organisierte Bürgerheizkraftwerke zeigen: Technische und soziale Innovationen entfalten ihre höchste Wirkung im Verbund.

„Zentrales Anliegen des interdisziplinären Projekts Innova.GEIST ist es, aus sozialwissenschaftlicher Perspektive den Innovationsbegriff zu überprüfen. […] Wir wollen zeigen, wie soziale und technologische Innovationen zusammengehen und warum es strukturwandellogisch und damit auch wirtschaftlich sinnvoll ist, beide Dimensionen im Blick zu haben – weil sie sich oft gegenseitig verstärken, um erfolgreich sein zu können. Wir hoffen, dass unser Projekt dazu beiträgt, Innovationsregime der Region positiv zu beeinflussen und nachhaltige Lösungen für den Strukturwandel zu gestalten“, unterstreicht Dr. Julia Gabler.

Experimentierfreude im Transfer: Was bleibt?

Die Erfahrungen im Projekt und bei der Podcast-Station belegen: Die bewusste Verknüpfung von technischen und sozialen Innovationswegen fördert nicht nur die Akzeptanz nachhaltiger Lösungen, sondern stärkt auch das wechselseitige Verständnis und Gemeinschaftsgefühl in der Region Lausitz. Die Podcasts stehen Interessierten weiterhin online zur Verfügung. Eine Verstetigung solcher partizipativer Formate in der Hochschullandschaft bildet die Grundlage für zukunftsorientierte, sozial-ökologische Innovationsstrategien.

Alle Teile des Podcasts sind unter den folgenden Links abrufbar:

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Mit kreativen Transferformaten wie der temporären Podcast-Station im CELSIUZ trägt die HSZG dazu bei, Forschungswissen sichtbarer, erlebbarer und wirkungsvoller in die regionale Entwicklung einzubringen – und damit auch die Innovationskultur in der Lausitz zu bereichern. Das CELSIUZ und seine in der Lausitz einmalige Infrastruktur stehen allen Forschern und Unternehmen offen. Das Team des CELSIUZ unterstützt Sie vor Ort gerne bei Ihren Transfervorhaben und freut sich auf Ihre Anfrage.

veröffentlicht am 30.03.2026, von Frank Leberecht

Ort

Hochschule Zittau/Görlitz
Theodor-Körner-Allee 16
02763 Zittau/Görlitz

Veröffentlichungsdatum

30.03.2026

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