Was bringt Forschung ohne Transfer? Jahrestreffen an der Hochschule Mittweida
Am 21. September war es wieder so weit: Beim diesjährigen Jahrestreffen an der Hochschule Mittweida kamen Kolleg*innen aus allen fünf Hochschulen zusammen. Sie tauschten Erfahrungen aus, setzten neue Impulse und richteten gemeinsam den Blick auf das letzte Projektjahr 2027. Das Programm verband dabei bewusst Fachvorträge, praktische Workshops und Einblicke in die Forschungsinfrastruktur vor Ort.
Rückblick und Ausblick: Wie kann das Geschaffte bewahrt werden?
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Uwe Mahn und Prof. Dr. Kathrin Harre blickte Mahn, Prorektor für Forschung an der Hochschule Mittweida, auf die vergangenen Jahre des Transferverbunds zurück. Seine Bilanz: Transfer ist an den beteiligten Hochschulen längst kein Einzelthema mehr, sondern zunehmend systematisch in den Strukturen verankert. Gerade bei knapper werdenden Ressourcen müsse sichergestellt sein, dass Forschungsergebnisse nach Projektende nicht verschwinden, sondern verbreitet, weitergenutzt und in die Anwendung gebracht werden.
Transfer ist sicher nicht alles an einer Hochschule – aber ohne Transfer ist alles nichts.
– Prof. Dr.-Ing. Uwe Mahn, Prorektor für Forschung an der Hochschule Mittweida
Vom Aufbau von Strukturen zum gemeinsamen Netzwerk
Auch Projektgeschäftsführerin Sophie Tietze richtete den Blick zurück und nach vorn. Zu Beginn von Saxony⁵ stand der Aufbau von Transferstrukturen an den einzelnen Hochschulen im Vordergrund. Inzwischen ist daraus ein hochschulübergreifendes Netzwerk geworden, in dem sich die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften eng austauschen, ihre Interessen bündeln und zunehmend gemeinsam auftreten.
Tietze verwies auf gemeinsame Projektanträge, eingeworbene Fördermittel und neue hochschulübergreifende Strukturen. Auch politisch hat das Netzwerk dazu beigetragen, die Perspektive der HAW sichtbarer zu machen. Entscheidend sei dabei die gemeinsame Arbeit der vielen Mitarbeitenden im gesamten Netzwerk, nicht die Leistung einer einzelnen Hochschule oder Projektleitung.
Keynotes zu KI im Transfer und Produktion mit Lasern
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Uwe Mahn und Kathrin Harre standen zunächst zwei Fachvorträge auf dem Programm, die den thematischen Rahmen des Tages absteckten.
Christian Roschke stellte die Arbeit der HSMW im Bereich des KI-gestützten Transfers vor und zeigte, welche Möglichkeiten künstliche Intelligenz eröffnet, um Transferprozesse zu unterstützen und Forschungsergebnisse besser mit Bedarfen aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenzubringen.
Anschließend zeigte Michael Pfeifer am Thema „Laserbasierte Fertigung in Architektur und Bauwesen“, wie aktuelle Forschung neue technologische Anwendungen ermöglicht und aus einer Laborentwicklung praxisnahe Lösungen für eine Branche werden können, die auf den ersten Blick nicht zu den klassischen Laseranwendern zählt.
Workshops zwischen Pitches und Fremdkapital
In den anschließenden Workshops wurde es interaktiv. In dem Workshop „Pitch it! Forschung packend erzählen – Wirtschaft überzeugen“ mit Stefan Ganß arbeiteten die Teilnehmenden daran, eigene Ideen und Projekte überzeugend auf den Punkt zu bringen.
Der Fokus des Workshops beruhte darauf, wie sich Forschungsprojekte oder neue Prozesse so erzählen lassen, dass der konkrete Nutzen und die mögliche Wirkung für die Wirtschaft und Gesellschaft sichtbar werden. Gerade im Austausch mit Unternehmen und Investoren kann dies entscheidend dafür sein, ob ein Forschungsthema oder ein Projekt als relevant und finanzierungswürdig angesehen wird.
Parallel dazu fand der Workshop „Fremdkapital“ von futureSAX statt. Der Business Angel Uwe Seidel gab einen Impulsvortrag zur Frage „Wie baut man einen Pitch für Kapitalgebende auf?“ und ermöglichte so einen Blick aus der Perspektive derjenigen, die letztlich über Investitionen entscheiden. Besonders wertvoll war der offene Erfahrungsaustausch mit ihm, insbesondere mit Blick auf Ausgründungen aus der Forschung.
Zwischen den Workshopphasen blieb ausreichend Zeit für Gespräche und Networking, die viele für den Austausch über Hochschulgrenzen hinweg nutzten.
Forschung zum Anfassen im Living Lab und Laserinstitut
Ein besonderer Programmpunkt waren die Besichtigungen am Nachmittag. Im Living Lab „Motion Simulation & Softwareentwicklung“ erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Arbeiten rund um Simulation und Softwareentwicklung. Am Fahrsimulator konnte Forschung dabei unmittelbar selbst erlebt werden.
Parallel öffnete das Laserinstitut Mittweida (LHM) seine Türen. Michael Pfeifer gab Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und zeigte anhand konkreter Anwendungen, wie Lasertechnologien für innovative Fertigungsprozesse eingesetzt werden können.
Das nächste Jahrestreffen findet in Dresden statt
Das Jahrestreffen schlug die Brücke zwischen Rückblick und Ausblick, Forschung und Anwendung, strategischen Fragen und konkreten Transferinstrumenten. Im Mittelpunkt standen jedoch vor allem der persönliche Austausch und die weitere Vernetzung unter den Kolleg*innen.
Zum Abschluss wurde der Staffelstab symbolisch an Sophie Tietze übergeben. Das nächste große Treffen soll zugleich die Abschlussveranstaltung der aktuellen Projektphase sein und 2027 in Dresden stattfinden. Bis dahin lautet die gemeinsame Aufgabe, erfolgreiche Inhalte, Strukturen und Verbindungen so weiterzuentwickeln und zu verstetigen, damit aus Projektarbeit nachhaltige Transferwirkung wird.
veröffentlicht am 06.10.2026, von Eric Neiß
Ort
Hochschule Mittweida
Technikumplatz 17
09648 Mittweida
Veröffentlichungsdatum
06.10.2026
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