KI in der Produktion: Neues System an der WHZ
An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) kommt ab sofort ein neues, leistungsfähiges Kompaktsystem für die Forschung zur digitalen Produktion zum Einsatz. Damit können KI-Anwendungen, digitale Zwillinge und virtuelle Inbetriebnahmen praxisnah entwickelt und gemeinsam mit Unternehmen erprobt werden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen so einen leichteren Zugang zu entsprechenden Technologien erhalten.
Virtuelle Inbetriebnahme für eine resiliente Produktion
Wenn Produktionslinien neu aufgebaut oder bestehende Anlagen umgerüstet werden, können Planungsfehler und ungeplante Stillstände schnell hohe Kosten verursachen. Ein zentraler Ansatz, um solche Risiken zu minimieren, ist die Virtuelle Inbetriebnahme (VIBN). Dabei werden Maschinen, Anlagen oder ganze Produktionsumgebungen zunächst digital simuliert und getestet, bevor sie in Betrieb genommen oder angepasst werden. Auf diese Weise lassen sich Fehler frühzeitig erkennen, Ressourcen gezielter einsetzen und Anlaufzeiten verkürzen.
Hier setzt das Forschungsteam der Professur Maschinenautomatisierung/Mechatronik an der WHZ an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Produktionssysteme widerstandsfähiger, flexibler und schneller auf neue Anforderungen ausgerichtet werden können – etwa bei Lieferengpässen, veränderten Marktbedingungen oder individuellen Kundenwünschen. Dafür sind leistungsfähige und flexibel einsetzbare Rechenplattformen erforderlich, mit denen sich komplexe Szenarien realitätsnah simulieren und mithilfe von KI auswerten lassen.
Leistungsfähige Infrastruktur
Für diese Aufgaben wurde ein modernes Hochleistungs-Kompaktsystem mit einem Prozessor der AMD Ryzen™ AI Max+ Serie angeschafft. Das System vereint eine kompakte Bauweise mit hoher Rechenleistung für anspruchsvolle Simulations- und KI-Anwendungen. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass sich Modelle lokal auf dem Gerät ausführen lassen – ganz ohne externe Cloud-Dienste. Dadurch bleiben sensible Unternehmensdaten geschützt; zugleich ist ein Einsatz auch dort möglich, wo keine stabile Internetverbindung verfügbar ist.
„Mit dem neuen System können wir aktuelle KI-Verfahren und digitale Produktionsmodelle unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und zugleich gemeinsam mit Unternehmen erproben“, sagt WHZ-Professorin Petra Linke. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es wichtig, konkrete Anwendungen niedrigschwellig kennenzulernen und ihren Nutzen für die eigene Produktion einschätzen zu können.“
Transfer in die Region: Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft
Die Mobilität des Systems eröffnet weitere Einsatzmöglichkeiten. Dank seiner kompakten Bauweise kann es bei Messen, Fachveranstaltungen oder Workshops mit Unternehmen vor Ort eingesetzt werden. Als mobiler Demonstrator veranschaulicht es KI-Anwendungen und zeigt praxisnah, wie digitale Werkzeuge Produktionsprozesse verbessern können – etwa bei der vorausschauenden Wartung, der Analyse von Prozessdaten oder der Erprobung digitaler Zwillinge.
Mit dem neuen System stärkt die WHZ ihre Aktivitäten an der Schnittstelle von KI, digitaler Produktion und industrieller Anwendung. Ziel ist es, innovative Technologien wissenschaftlich weiterzuentwickeln und für Unternehmen in Sachsen und darüber hinaus konkret nutzbar zu machen. Zugleich ermöglicht die neue Ausstattung Studierenden vertiefte Einblicke in aktuelle industrielle KI-Anwendungen.
veröffentlicht am 31.08.2026, von Dr. Peter Scheffler
Teilprojekte
Ort
Westsächsische Hochschule Zwickau
Kornmarkt 1
08056 Zwickau
Veröffentlichungsdatum
31.08.2026