Wärmewende gemeinsam gestalten: HSZG macht kommunale Wärmeplanung erlebbar
Wie lassen sich unterschiedliche Interessen bei der kommunalen Wärmeplanung zusammenbringen? Mit einem interaktiven Planspiel unterstützt die Hochschule Zittau/Görlitz den Dialog zwischen Wissenschaft, Kommunen und regionalen Akteuren. Im Landkreis Görlitz wurde das Format nun gemeinsam mit Energiebotschafter/innen erprobt.
Die Wärmewende stellt Städte und Gemeinden vor komplexe Herausforderungen. Neben technischen und wirtschaftlichen Fragen müssen unterschiedliche Interessen berücksichtigt, Entscheidungen verständlich vermittelt und tragfähige Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Wie das gelingen kann, zeigt ein Planspiel im CELSIUZ der Hochschule Zittau/Görlitz.
Am 30. September 2026 kamen die Energiebotschafter/innen sowie Vertreter des Klimamanagements des Landkreises Görlitz im Transferraum CELSIUZ an der Hochschule Zittau/Görlitz zusammen. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden Martin Herling und Hanna Al Akel erprobten sie das Planspiel „Kommunale Wärmeplanung“, das komplexe Entscheidungsprozesse praxisnah und aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar macht.
Perspektiven wechseln, Herausforderungen verstehen
Welche Form der Wärmeversorgung ist für eine Kommune langfristig sinnvoll? Welche Rolle spielen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Akzeptanz? Und wie lassen sich unterschiedliche Interessen miteinander vereinbaren?
Diesen Fragen näherten sich die Teilnehmenden spielerisch, indem sie verschiedene Akteursrollen übernahmen und gemeinsam Lösungsansätze entwickelten. Dabei wurde deutlich: Selbst technisch oder wirtschaftlich überzeugende Lösungen lassen sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn die Beteiligten zusammenarbeiten und Entscheidungen gemeinsam tragen.
Gerade in ländlichen Regionen hängen Vorhaben wie der Aufbau eines Wärmenetzes nicht allein von technischen Kennzahlen ab. Ebenso entscheidend sind Vertrauen, Kommunikation und die Bereitschaft, neue Wege gemeinsam zu beschreiten.
Wissenstransfer als Schlüssel für die regionale Energiewende
Mit dem Planspiel entwickelt die HSZG ein Beteiligungsinstrument, das wissenschaftliche Erkenntnisse in die kommunale Praxis überträgt. Es hilft dabei, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und frühzeitig den Dialog zwischen den beteiligten Akteuren anzuregen.
Der Workshop im CELSIUZ diente zugleich dazu, das Format gemeinsam mit regionalen Praxispartnern zu evaluieren und für künftige Anwendungen weiterzuentwickeln.
„Mit dem Planspiel haben wir ein Transfertool entwickelt, das sich hervorragend eignet, um die Perspektiven verschiedener Akteure auf Wärmeversorgung im Vorfeld einer Planung besser zu verstehen. Mit dem Ziel, gerade in den kleinen Gemeinden der Region die Menschen aktiv einzubeziehen und Akteure an einen Tisch zu bringen, wollen wir es in Zukunft z. B. im Rahmen von Beteiligungsprozessen als Angebot der Hochschule etablieren“, erklärt Martin Herling.
Gemeinsam Lösungen für die Region entwickeln
Das Beispiel aus dem Landkreis Görlitz verdeutlicht, wie Wissenstransfer im Hochschulverbund funktioniert: Wissenschaftliche Kompetenzen werden mit den Erfahrungen und Anforderungen regionaler Akteure verbunden, um konkrete Herausforderungen vor Ort anzugehen.
Insbesondere kleinere Kommunen können von solchen dialogorientierten Formaten profitieren. Denn kommunale Wärmeplanung ist mehr als die Erstellung eines technischen Konzepts. Sie schafft die Grundlage für konkrete Vorhaben und erfordert eine frühzeitige Einbindung der Menschen, die von den Veränderungen betroffen sind.
Mit praxisnahen Transferangeboten wie dem Planspiel unterstützt die HSZG diesen Prozess und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft.
Sie möchten die kommunale Wärmeplanung in Ihrer Region voranbringen?
Kommunen, Initiativen und weitere Interessierte können sich an die Forschenden der HSZG oder das Klimamanagement des Landkreises Görlitz wenden. Gemeinsam lassen sich Möglichkeiten der Vernetzung, Beteiligung und Unterstützung bei konkreten Vorhaben ausloten.
veröffentlicht am 19.10.2026, von Cornelia Rothe
Teilprojekte
Ort
Hochschule Zittau/Görlitz
Theodor-Körner-Allee 16
02763 Zittau/Görlitz
Veröffentlichungsdatum
19.10.2026