Raus in die Stadtnatur! – Walkshop Stadtökologie
Am 24. Juli 2025 veranstaltete das BIOZENTRA gemeinsam mit der tuuwi, der Umweltinititative der TU Dresden, einen "Walkshop" zum Thema Stadtökologie. Wiebke Zielosko und Nico Beier führten Studierende auf diesem Streifzug durch Dresden und zeigten Herausforderungen und Lösungsansätze für die städtische Biodiversität und der Stadtentwicklung.
Langweilige Betonwüste?
Städte sind ein Spannungsfeld unterschiedlicher Ansprüche. Durch hohe Störungsdynamik und ein kleinteiliges Habitatmosaik entstehen vielfältige Lebensräume – manche davon in der freien Natur selten geworden. Genau das macht Städte spannend! Anders als man vielleicht denkt, sind sie absolute Hotspots der Biodiversität. Hier treffen Wildarten, Nutzpflanzen und gebietsfremde Zierpflanzen aufeinander.
Wiebke Zielosko und Nico Beier vom BIOZENTRA nahmen gemeinsam mit den Teilnehmenden den Lebensraum Stadt unter die Lupe: Welche Tiere und Pflanzen leben auf der Prager Straße? Welche auf der Bürgerwiese, auf Brachflächen oder in Gärten?
Mit iNaturalist – einer Community zur gemeinschaftlichen Artenbestimmung – verglichen die Teilnehmenden verschiedene Lebensräume. Sie kartierten intensiv und extensiv genutzte sowie scheinbar wilde Flächen und diskutierten die Unterschiede.
Also alles gut in der Stadt?
Trotz hoher Artenvielfalt bringt intensive menschliche Nutzung Probleme mit sich. Versiegelung und Bebauung stören den natürlichen Wasserkreislauf und tragen zur Bildung städtischer Wärmeinseln bei.
In verdichteten Innenstädten finden sich wenige natürliche Lebensräume – stattdessen dominiert vom Menschen angelegte "künstliche Natur". Das ist problematisch, nicht nur für die heimische Natur. Menschen sind auf funktionsfähige Ökosysteme angewiesen: auf Kaltluft, die nachts über Grünflächen entsteht und erholsamen Schlaf ermöglicht. Auf grüne Freiflächen, die zum Verweilen und Sport einladen. Auf frische und saubere Luft. Durch Nachverdichtung und zunehmende Versiegelung gehen diese Ökosystemleistungen verloren.
Der Weg zu einer nachhaltigen und lebenswerten Stadt
Die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Fachgebieten brachten vielfältige Perspektiven ein. Diskutiert wurden Lösungsansätze wie das Schwammstadtprinzip, innovative Fassaden- und Dachbegrünungen, neue Pflanzverfahren für Stadtbäume sowie klimaangepasste Arten und der Schutz grüner Erholungsräume.
Während des Streifzugs konnten Nutzungskonflikte direkt vor Ort beobachtet werden – wie in einem Freiluftlabor: Sollen Grünflächen vorrangig der Erholung oder dem Naturschutz dienen? Wie wird intensive Pflege wahrgenommen, wie urbane Wildnis?
Am Ende ist eines klar: Nachhaltige Stadtentwicklung gelingt nur gemeinsam. Konzepte, die menschliche Gesundheit und Artenvielfalt gleichermaßen schützen und fördern, sind die Grundlage für eine lebenswerte Stadt der Zukunft.
Wir danken der tuuwi für die Einladung sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse und freuen uns auf zukünftige gemeinsame Projekte!
veröffentlicht am 28.01.2026, von Nico Beier
Zeitraum
24.07.2025
Veröffentlichungsdatum
28.01.2026
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