Neuer Demonstrator bereichert Mechatronik-Ausbildung

Die Fakultät Automobil- und Maschinenbau hat eine neue Versuchsanlage in Betrieb genommen. An dieser können verschiedene Themengebiete im Bereich smart factory und Industrie 4.0 veranschaulicht werden.

Der Demonstrator ist eine Eigenentwicklung der Professur Maschinenautomatisierung/Mechatronik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), die in Zusammenarbeit mit der Siemens AG, Standort Chemnitz und der Dietmar Huster Sondermaschinen- und Metallbau GmbH, Chemnitz umgesetzt wurde. „Mit der Anlage lassen sich viele Themen demonstrieren, die wir den Studierenden bisher nur theoretisch oder an vielen einzelnen Maschinen veranschaulichen konnten“, berichtet Petra Linke, Professorin für Maschinenautomatisierung/Mechatronik. So kann zum Beispiel das Vorgehen bei der vorausschauenden Wartung demonstriert werden. Dabei erkennen Analyseverfahren anhand von Sensorendaten einen möglichen Ausfall von Komponenten frühzeitig, sodass defekte Bauteile ausgetauscht werden können, bevor der Schaden tatsächlich entsteht.

Mit der neuen Anlage lassen sich viele Themen demonstrieren, die Studierenden bisher nur theoretisch oder an vielen einzelnen Maschinen veranschaulicht werden konnten. (Fotos: WHZ/Helge Gerischer)

Anlage für Lehre und Forschung

„Aus konstruktiver Sicht ist das Besondere eine flexible Auswahl an Antriebssträngen sowie die Varianz von geometrischen und mechanischen Eigenschaften, wie beispielsweise die Winkelgenauigkeit am Kreuztisch oder auch die Lagervorspannung. Damit können wir einerseits den Studierenden die Zusammenhänge zwischen mechanischen Eigenschaften und Automatisierungsstrategien vermitteln sowie andererseits für die Forschung Datensätze über variable Maschineneigenschaften eruieren“, berichtet Professorin Petra Linke. Als Maschinensteuerung wurde eine Steuerung gewählt, die aktuell in hochqualitativen Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommt und die Datenanalysen, Netzwerkanbindung etc. ermöglicht. Das eröffnet die Perspektive, Lehrkonzepte und wissenschaftliche Untersuchungen aus den Themenfeldern Condition Monitoring, Maschinelles Lernen, Edge sowie Cloud Computing umzusetzen. Unterstützt werden diese Ansätze durch ein zusätzliches Sensorpaket sowie die Erweiterung der Laboranlage mit einem Edge PC der Firma Siemens, welcher als Schnittstelle zwischen der Anlage und einer Cloud einen hochfrequenten Datenaustausch sowie die Vorverarbeitung von Daten zulässt.

Neuer Master startet

Die Laboranlage wird rechtzeitig zum Start des neuen Masterstudiengangs Mechatronik in Betrieb genommen. Sie erweitert zusätzlich die Möglichkeiten des Co-Creation Labs „Fabrik der Zukunft“. Gefördert wurde die Anschaffung des rund 290.000 Euro teuren Demonstrators durch die Deutsche Fördergemeinschaft im Rahmen der Großgeräteförderung.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf fh-zwickau.de