Öffentliche Ringvorlesung: MEINEN – GLAUBEN – WISSEN

Mann im Seitenprofil in Denkerpose

 

Nicht erst seit der Präsidentschaft von Donald Trump haben Konzepte wie „alternative Fakten“ oder „Fake News“ Hochkonjunktur. Institutionen, die traditionell für die Produktion und Verbreitung von Wissen verantwortlich sind, seien es nun Forschungseinrichtungen oder die Presse, wird zunehmend mit Argwohn begegnet. Ihre Arbeit wird teilweise als parteiisch und machtgelenkt wahrgenommen. Expert*innen, wie z.B. Klimaforscher*innen, stehen unter Legitimationsdruck.

Die Grenzen von Meinen, Glauben, Wissen – nach Kant die drei Modi des Fürwahrhaltens – scheinen immer mehr zu verschwimmen. In einer Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft bezeichnet, scheint der Glauben an das Wissen zu schwinden und die Macht des Meines und Dafürhaltens zu steigen. Glauben wir (noch), was wir wissen und wissen wir eigentlich, was wir glauben?  Das ist kein neues Phänomen der sogenannten Wissensgesellschaft. Es gab und gibt schon immer unterschiedliche Wissenskulturen, die miteinander um Anerkennung und „Wahrheit“ ringen. Homöopathie, Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin sind Beispiele dafür.

An den Abenden wollen wir uns den Grenzen des Wissens, des Glaubens und Meinens in Bereichen wie Philosophie, Erziehung, Medizin, Genetik, Religion und Klima widmen. Die Ringvorlesung lädt wieder dazu ein, sich von klugen und informierten Köpfen aus den Sozial-, Natur-, Ingenieur- und Humanwissenschaften zu Themen aus Kultur, Politik und Religion aufklären zu lassen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Zum Verhältnis von Schulmedizin und Naturheilverfahren

Schulmedizin und Naturheilverfahren, wie etwa Akupunktur, Homöopathie oder Yoga stehen in einer unversöhnlichen Gegensatzbeziehung zueinander. Die Vorlesung versucht zu zeigen, dass beide unterschiedlichen Narrativen anhängen und Krankheit und Gesundheit dabei unterschiedlich ausdeuten. Unser Wissen und unsere Fakten, auf die wir uns beziehen, sind ein soziales Konstrukt. Machen wir diese Unterschiede sichtbar, dann wird aus einem unversöhnlichen Gegensatz eine komplementäre Beziehung – Komplementärmedizin.

Moderation: Dipl.-Psychologin Babett Nimschowski

Dozent: Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. soc. Stefan Brunnhuber
Ärztlicher Direktor der Diakonie Kliniken Zschadraß
Hochschule Mittweida, Stiftungsprofessur für Nachhaltigkeit, Sozialmedizin, Psychosomatik und Komplementärmedizin

 

18:15 Uhr – 19:10 Uhr
Live-Stream des Vortrages auf www.youtube.com/hsmittweida/

19:15 – ca. 20:00 Uhr
Interaktive Fragerunde mit den Dozent*innen über https://hsmw.zoom.us/j/89568633818

 

 

Text: Hochschule Mittweida Bild: Pixabay