Ausstellung im COSMO: Ein smarter Sensor für Wasserproben

15. September 2026 – 26. November 2026
Das Veranstaltungsplakat von "Zusammen denken"

Forschende der HTW Dresden zeigen bis zum 26. November in der Ausstellung „Zusammen denken" im COSMO Wissenschaftsforum, wie Forschung und Praxis gemeinsam Lösungen entwickeln – am Beispiel eines Wasserprobensammlers, der per Funk meldet, wenn er bereit zur Abholung ist. Das Besondere am Wasserprobensammler ist, dass er komplett Open Source ist. Interessierte können den Sensor also mit einer Anleitung nachbauen! Außerdem: Am 30. September ist Nicole Jäpel bei "Forschende ganz nah" zu Gast und beantwortet Fragen zum Projekt.

Das Problem: Schadstoffe im Hochwasser

Wenn ein Fluss über die Ufer tritt, spült er nicht nur Wasser mit sich, sondern oft auch Schadstoffe vom Ufer. Um die Gefährdung einschätzen zu können, müssen Wasserproben genommen und im Labor analysiert werden. Bislang bedeutet das: Ein Probensammler wird am Fluss ausgebracht, sobald ein bestimmter Wasserstand erreicht ist, läuft Wasser hinein – und jemand muss regelmäßig nachsehen, ob die Flasche schon voll ist. Bei einem Hochwasserereignis, das oft in entlegenen oder schwer zugänglichen Bereichen auftritt, sind das viele unnötige Fahrten, wenn der Sammler noch gar nicht bereit ist.

Die Lösung: Ein Sensor, der sich meldet

Im Rahmen von OSHOP ist eine Open-Source-IoT-Lösung entstanden, die genau dieses Problem löst. Sobald der Probensammler voll ist, schließt ein passives Ventil. Ein Magnet-Sensor registriert diesen Zustand, und die Elektronik verschickt automatisch eine Nachricht über ein LoRa-Funknetz und ein Gateway direkt in die E-Mail-Inbox der Forschenden. Zusätzliche, regelmäßige Statusmeldungen stellen sicher, dass Ausfälle, ein leerer Akku, Vandalismus oder gar Diebstahl frühzeitig auffallen – auch das erspart unnötige Kontrollfahrten zum Einsatzort.

Damit das Gerät seinen Zweck über Jahre im Feld erfüllen kann, war die technische Herausforderung entsprechend groß: Der Sensor muss im und am Fluss unter freiem Himmel funktionieren, ganz ohne festen Stromanschluss oder Internetzugang, dabei über lange Zeit wartungsarm, kostengünstig und zuverlässig arbeiten.

Konsequent Open Source

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist Offenheit: Sowohl die verwendeten Bauteile als auch die eingesetzten Software-Werkzeuge sind Open Source. Das komplette Vorhaben – von der Elektronik über die Firmware bis zur Serversoftware, die die Funknachrichten in E-Mails umwandelt – ist öffentlich auf GitHub einsehbar. Das macht die Lösung nicht nur nachvollziehbar und nachbausicher, sondern auch von anderen Institutionen anpassbar und erweiterbar, etwa um zusätzliche Sensoren für Wasserstand oder Leitfähigkeit.

Transdisziplinäre Zusammenarbeit im Fokus

Genau solche Projekte stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „Zusammen denken. Wenn Wissenschaft und Praxis gemeinsam forschen", die vom 15. September bis 26. November 2026 im COSMO Wissenschaftsforum in Dresden zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt transdisziplinäre Projekte aus Dresden und Sachsen, in denen Forschende gemeinsam mit Praxispartner*innen – etwa Behörden, Pflegenden oder Handwerksbetrieben – an Lösungen arbeiten, die keine Seite allein hätte entwickeln können. Der Wasserprobensammler der HTW Dresden ist eines dieser Exponate und macht sichtbar, wie aus einem ganz praktischen Bedarf im Hochwasserschutz ein offen zugängliches, funkbasiertes Messsystem wird.

Forschende ganz nah: Im Gespräch mit Nicole Jäpel am 30.10.

Wer mehr über das Projekt und den Weg von der Forschungsidee zum Ausstellungsstück erfahren möchte, hat dazu am 30. September 2026, 13:00–18:00 Uhr, im COSMO die Gelegenheit: Im Rahmen des Formats „Forschende ganz nah“ steht Nicole Jäpel, Wissenschaftlerin an der Professur für Informationsmanagement der HTW Dresden, für Fragen und Austausch bereit. Als Vermittlerin zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft erklärt sie unter anderem, was Open-Source-Hardware ist, wie aus einer Forschungsfrage ein Demonstrator wird, und erzählt aus erster Hand!

von Eric Neiß

Datum

15.09.2026 13:00
bis 26.11.2026 18:00

Ort

COSMO Wissenschaftsforum
Schloßstraße 2
01067 Dresden
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 13:00–18:00 Uhr

Teilprojekte

Kontakt

Porträtfoto Nicole Jäpel

Nicole Jäpel, M.A.

Projektmitarbeiterin

Tel.: +49 351 462 3046

Schlagwörter

Ausstellung

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