Öffentliche Ringvorlesung: MEINEN – GLAUBEN – WISSEN

28. April 2021
Mann im Seitenprofil in Denkerpose

Nicht erst seit der Präsidentschaft von Donald Trump haben Konzepte wie „alternative Fakten“ oder „Fake News“ Hochkonjunktur. Institutionen, die traditionell für die Produktion und Verbreitung von Wissen verantwortlich sind, seien es nun Forschungseinrichtungen oder die Presse, wird zunehmend mit Argwohn begegnet. Ihre Arbeit wird teilweise als parteiisch und machtgelenkt wahrgenommen. Expert*innen, wie z.B. Klimaforscher*innen, stehen unter Legitimationsdruck.

Die Grenzen von Meinen, Glauben, Wissen – nach Kant die drei Modi des Fürwahrhaltens – scheinen immer mehr zu verschwimmen. In einer Gesellschaft, die sich als Wissensgesellschaft bezeichnet, scheint der Glauben an das Wissen zu schwinden und die Macht des Meines und Dafürhaltens zu steigen. Glauben wir (noch), was wir wissen und wissen wir eigentlich, was wir glauben?  Das ist kein neues Phänomen der sogenannten Wissensgesellschaft. Es gab und gibt schon immer unterschiedliche Wissenskulturen, die miteinander um Anerkennung und „Wahrheit“ ringen. Homöopathie, Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin sind Beispiele dafür.

An den Abenden wollen wir uns den Grenzen des Wissens, des Glaubens und Meinens in Bereichen wie Philosophie, Erziehung, Medizin, Genetik, Religion und Klima widmen. Die Ringvorlesung lädt wieder dazu ein, sich von klugen und informierten Köpfen aus den Sozial-, Natur-, Ingenieur- und Humanwissenschaften zu Themen aus Kultur, Politik und Religion aufklären zu lassen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Journalismus zwischen Meinen und Wahrheit“

„Man glaubt, woran man kann, nicht woran man will. Außer man ist ein Idiot, dann ist es umgekehrt.“ Mit diesen Worten von Carlos Ruiz Zafon leitet Juan Moreno, Journalist des Jahres 2019, ein Kapitel seines spektakulären Enthüllungsbuchs „Tausend Zeilen Lügen“ ein. Der Fall „Relotius“, bei dem ein preisgekrönter Spiegel-Reporter sich reihenweise Reportagen ausdachte, hat den deutschen Journalismus erschüttert. Was ist Wahrheit in den Medien? Wie objektiv können Journalisten sein? Und wie subjektiv dürfen sie sein?

Moderation: Dipl.-Psychologin Babett Nimschowski

Dozent: Prof. Dr. phil. Janis Brinkmann Professor und Studiendekan an der Hochschule Mittweida, Fakultät Medien. Vor seiner Berufung arbeitete er bei mehreren Medienunternehmen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik in Dortmund.

18:15 Uhr – 19:10 Uhr Live-Stream des Vortrages auf www.youtube.com/hsmittweida/

19:15 – ca. 20:00 Uhr Interaktive Fragerunde mit den Dozent*innen über https://hsmw.zoom.us/j/89568633818

Text: Hochschule Mittweida Bild: Pixabay

Datum

28.04.2021 18:15

Zurück zur Übersicht
Eine gemeinsame Initiative von Innovative Hochschule, Bundesministerium für Bildung und Forschung und Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK