Fahrradkino an der WHZ: Impulse für die Mobilität von Morgen
Im Rahmen der Zwickauer Mobilitätstage wurde das Außengelände des Forschungszentrums ubineum an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) kürzlich zum Open-Air-Kino. Rund 80 Besucherinnen und Besucher erlebten den Dokumentarfilm „A Human Ride“ und radelten beim Fahrradkino an der Mulde für die Mobilität von morgen.
Kino mit Muskelkraft
Das Besondere an diesem Abend: Den Strom für die Filmvorführung erzeugte das Publikum selbst – mit Fahrradgeneratoren. So wurde praktisch erlebbar, wie viel Energie im Alltag gebraucht wird und was Ressourceneinsatz bedeutet.
Als niedrigschwelliges, öffentliches Angebot ergänzte das Fahrradkino die Zwickauer Mobilitätstage und bot Raum für den Dialog zwischen Stadtgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung.
Podiumsdiskussion: Technik allein reicht nicht
Im Anschluss an den rund 65-minütigen Dokumentarfilm von Regisseur Kristian Gründling, der anhand persönlicher Geschichten die gesellschaftliche Bedeutung von Mobilität beleuchtet, diskutierten die Podiumsgäste, wie sich die gezeigten Themen auf Zwickau übertragen lassen. Schnell wurde deutlich: Die Verkehrswende ist kein rein technisches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Thema.
- Wissenschaft und Gewohnheit: WHZ-Rektor Prof. Dr. Stephan Kassel betonte, dass künftig neben alternativen Verkehrsträgern auch veränderte Alltagsgewohnheiten stärker in den Blick rücken müssen.
- Stadtplanung in der Praxis: Zwickaus Baubürgermeisterin Silvia Queck gab Einblicke in den aktuellen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Sie verdeutlichte, dass die Herausforderung oft nicht im Bau neuer Radwege liegt, sondern darin, Menschen von deren Nutzen zu überzeugen. Ob ein Plan erfolgreich ist, zeige sich in zehn Jahren daran, dass er das Stadtbild spürbar belebt.
- ÖPNV attraktiver machen: Sebastian Eßbach, Geschäftsführer der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau, erläuterte, wie überzeugte Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umstieg bewegt werden können. Ziel müsse sein, das Image des öffentlichen Nahverkehrs weiter zu stärken und Barrieren in den Köpfen abzubauen.
- Gesundheit mitdenken: Lukas Wiechert, Leiter des Regionalcenters Zwickau der AOK Plus, beleuchtete die Kehrseite des autozentrierten Systems: Bewegungsmangel und Dauerstress beeinträchtigen die körperliche und psychische Gesundheit. Sein Appell: Gesundheit und gesunde Bewegung sollten als feste Kriterien in jede kommunale Verkehrsplanung einfließen.
Große Resonanz und sportlicher Einsatz
Das Organisationsteam zeigte sich erfreut über die positive Resonanz und den sportlichen Einsatz der Gäste. „Ein riesiges Dankeschön gilt allen, die kräftig in die Pedale getreten haben, um die Leinwand am Laufen zu halten“, sagt Susan Bergelt vom Organisationsteam.
Besonderer Dank gilt den Partnern, die den Abend ermöglicht haben: der AOK Plus mit ihrem Gesundheitsstand und der Körperanalyse, dem Cocktailchef aus Meerane für die Erfrischungen, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. für die sanitätsdienstliche Absicherung und den besonderen Einsatz auf dem Tandem sowie dem Studentenclub Tivoli e. V. für das Catering.
Partner und Unterstützer gesucht
Das Fahrradkino an der Mulde war ein Kooperationsprojekt der WHZ, des Forschungszentrums ubineum und der Stadt Zwickau. Zugleich war die Veranstaltung Zielpunkt der „OB-Radel-Tour“ mit Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt, die am selben Tag stattfand.
Das Format hat Potenzial: Das Organisationsteam möchte das Fahrradkino gern weiterführen und sucht dafür engagierte Unterstützer, Unternehmen und Partner, die Lust haben, neue Formate auszuprobieren und gemeinsam „neue Energie“ für den Dialog in Zwickau zu erzeugen.
Interessierte können sich direkt an das Forschungszentrum ubineum oder die WHZ wenden.
Ihre Ansprechpartnerin
Frau Susan Bergelt
E-Mail: susan.bergelt@whz.de
tel: +49 (0) 375 536 2302
veröffentlicht am 21.07.2026, von Dr. Peter Scheffler
Teilprojekte
Ort
ubineum Zwickau
Uhdestraße 25
08056 Zwickau
Veröffentlichungsdatum
21.07.2026