Zweite Exkursion: Mit dem Kreuzgymnasium am Kaitzbach

Prof. Henning Günther zeigt den Schüler*innen etwas

Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sehnen sich viele nach kühlem, fließendem Wasser. Doch für die meisten Stadtbewohner*innen ist das idyllische Bächlein vor der Haustür längst Vergangenheit – heute fließen viele urbane Gewässer still und unsichtbar in Kanalisationen unter dem Stadtbild hindurch. Dass das nicht überall so bleiben muss, zeigt das Kaitzbachtal mitten in Dresden. Und genau hier fand die zweite Exkursion mit Schüler*innen des Kreuzgymnasiums Dresden statt. Nach der ersten Exkursion nach Pillnitz ging es für die Schüler*innen nun in den Dresdner Süden.

Von der Uranverseuchung zur Renaturierung – eine bewegte Geschichte

Prof. Henning Günther führte die Gruppe direkt in die Natur und in die Geschichte: Der Kaitzbach gehört zu den Dresdner Gewässern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts massiv durch menschliche Eingriffe belastet wurden. Während der DDR-Zeit hinterließ der Uranabbau in der Region deutliche Spuren – der Bach wurde kontaminiert, aufwendige Dekontaminationsmaßnahmen waren jahrzehntelang notwendig.

Den entscheidenden Wendepunkt brachte das Hochwasser 2002: Die Flutkatastrophe erzwang ein Umdenken im Umgang mit urbanen Gewässern und ebnete den Weg für die schrittweise Renaturierung des Kaitzbachs. Was einst als rein technisches Entwässerungsproblem behandelt wurde, rückte nun als ökologisches System in den Fokus.

Menschliche Einflüsse und Biodiversität im Fokus

Die gemeinsame Erkundung des Kaitzbachtals beleuchtete drei zentrale Themenbereiche:

  • Einflüsse des Menschen auf Gewässer: Welche sichtbaren und unsichtbaren Spuren hinterlässt menschliche Aktivität – von industrieller Belastung bis zu baulichen Eingriffen – in der Wasserqualität und Gewässerstruktur?
  • Renaturierung in der Praxis: Mit welchen ökologischen und bautechnischen Maßnahmen lässt sich ein urbanisierter Bach erfolgreich revitalisieren?
  • Ökologische Wirkung: Wie gelingt es renaturierten Gewässern, Schadstoffe effizienter abzubauen und gleichzeitig die Biodiversität im Stadtgebiet zu fördern?

Früher Kontakt mit Forschung für Schüler*innen

Das Besondere der Exkursion lag im handlungsorientierten Ansatz: Die Schülerinnen und Schüler waren nicht nur Zuhörende, sondern konnten selbstständig erkunden. Direkt vor Ort konnten sie selbst messen, beobachten und vergleichen – und so mit eigenen Sinnen nachvollziehen, wie gezielte Renaturierungsmaßnahmen das Ökosystem eines Stadtbachs spürbar verändern.

Wir bedanken uns bei Herrn Hürten und dem Kreuzgymnasium Dresden für den Besuch!

veröffentlicht am 23.06.2026, von Eric Neiß

Veröffentlichungsdatum

23.06.2026

Kontakt

Prof. Dr. Henning Günther

Teilprojektleiter

Tel.: +49 351 462 3624

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